Alarmierung der Feuerwehr Königsbrunn - Was steckt dahinter?

1 1 1 1 1 (8 Bewertungen)

 

Sirene

Die Feuerwehr Königsbrunn wird zur Zeit noch über den analogen BOS-Funk alarmiert. Zukünftig wird die Alarmierung auf den neuen digitalen BOS-Funk umgestellt (lesen Sie hierzu den Artikel "Digitalfunk hilft helfen").

Als Alarmierungswege stehen uns sowohl die stille Alarmierung über Funkmeldeempfänger (FME) als auch eine Alarmierung über die drei im Stadtgebiet verteilten Sirenen zur Verfügung.
Zusätzlich haben wir ein eigenes SMS-Alarmierungssystem entwickelt, um die Führungskräfte sofort mit dem Alarmierungstext informieren zu können. Damit lassen sich Missverständnisse durch Störungen bei der Alarmierung über Funk und Verzögerungen bei der Informationsübermittlung verhindern.

 

In diesem Beitrag finden Sie Informationen zu

 


 

FME-Schleifen

FunkmeldeempfängerBei einer Alarmierung werden im Normalfall nicht alle Einsatzkräfte alarmiert. Vielmehr ist die Mannschaft auf sogenannte Schleifen aufgeteilt. Je nach Einsatzlage wird von der Leitstelle eine oder auch mehrere Schleifen über 5-Tonfolgen alarmiert. Die Funkmeldeempfänger reagieren jeweils auf unterschiedliche Schleifen.

Die Mannschaft der Feuerwehr Königsbrunn ist nach folgendem System aufgeteilt:

  • "Königsbrunn Klein"
    Diese Schleife ist nur fünfmal (die beiden Kommandanten und 3 Zugführer) vergeben. Sie dient als "Hausmeisterschleife", also für nicht eilige Einsätze, bei der zuerst eine Erkundung erfolgt und dann über das weitere Vorgehen entschieden wird.

  • "Königsbrunn 1" und "Königsbrunn 2"
    Dies sind die beiden "großen" Schleifen mit jeweils ca. 50 Mann Personal. Viele Führungskräfte und einige untertags verfügbare Mitglieder haben auch beide Schleifen programmiert. Wird aufgrund des Alarmstichworts (z.B. Brand mit Menschenrettung oder Verkehrsunfall auf der B17) viel bzw. mehr Personal benötigt, werden von der Leitstelle beide Schleifen alarmiert, ansonsten eine der beiden Schleifen im wöchentlichen Wechsel.

  • "Königsbrunn 3"
    Der Kleinalarmschleife sind ca. 20 Mann Personal zugewiesen. Sie wird ausgelöst, wenn für einen Einsatz nur wenig Personal gebraucht wird, der Einsatz aber trotzdem eilig ist (z.B. eilige Wohnungsöffnung).

Auf einem Funkmeldeempfänger ist immer eine der beiden großen Schleifen programmiert, zusätzlich kommt ggf. die zweite große Schleife oder die Kleinalarmschleife hinzu.

Funkweckerschleife "Königsbrunn 1"
Swissphone Quattro XLS+

 

Funkweckerschleife "Königsbrunn 2"
Swissphone Quattro XLS+

 

Sirenenalarmierung

SirenensignaleDie drei Sirenen im Stadtgebiet Königsbrunn werden bei größeren Einsatzlagen von der Leitstelle zusätzlich zu den Funkmeldeempfängern ausgelöst. Außerdem sind sie an einigen Samstagen um ca. 11:30 Uhr zur Probealarmierung zu hören (die genauen Termine finden Sie im Terminplan).
Die Sirenen können auch zur Alarmierung der Zivilbevölkerung im Katastrophenfall genutzt werden. Zu diesem Zweck können sie verschiedene Tonfolgen erzeugen. Neben dem Alarm für die Feuerwehr (3-maliger Heulton) sind noch die Tonfolgen "Zivilschutzwarnung - Rundfunkgeräte einschalten" (1 Minute auf- und abschwellender Heulton) sowie "Entwarnung" (1 Minute Dauerton) in Verwendung. Die Auslösung der Alarmsignale erfolgt durch die Integrierte Leitstelle Augsburg oder die Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Augsburg.

Weitere Informationen dazu finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Die Stadt Augsburg hat einen Info-Flyer zum Sirenenwarnsystem erstellt. Die darin enthaltenen Informationen gelten auch für den Landkreis Augsburg.

PDFWarnsystem im Stadtgebiet Augsburg anzeigen - PDF-Datei herunterladen

 

Sirenenalarmierung "Feuerwehr"
Motorsirene Typ E57 (Eichenplatz)

 

Hilfsfrist

Die Hilfsfrist ist in Bayern gesetzlich vorgeschrieben - innerhalb von 10 Minuten nach dem Notruf bei der Rettungsleitstelle muss ein Fahrzeug der Feuerwehr am Einsatzort eingetroffen sein. Wir sind in Königsbrunn in der glücklichen Lage, diese Hilfsfrist auch an den Rändern unseres Einsatzgebiets einhalten zu können.

2012 betrug die Ausrückezeit - d.h. die Zeit von der Alarmierung bis zum Ausrücken des ersten Fahrzeugs - im Durchschnitt ca. 4 Minuten. Untertags kann diese Zeit trotz der Verstärkung durch den Betriebshof höher sein, da auch wir von dem Problem der reduzierten Tagesalarmstärke betroffen sind.
Es ist daher sehr wichtig, dass die Einsatzkräfte von ihrem Arbeitgeber freigestellt werden (was übrigens im Artikel 9 des Bayerischen Feuerwehrgesetz verankert ist). Der dadurch entstandene Ausfall wird von der Stadt Königsbrunn auf Antrag erstattet.
Weitere Informationen dazu erhalten Sie vom Kommandanten ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ).

 

Böswillige Alarmierung

Leider erleben wir immer öfter, dass die Feuerwehr - oder auch andere Hilfsorganisationen - "zum Spaß" alarmiert werden. Davon abgesehen, dass dadurch für den Ernstfall benötigte Einsatzmittel sinnlos gebunden werden, ist eine Alarmfahrt immer mit einem erhöhten Unfallrisiko für die Einsatzkräfte verbunden.

Die (mutwillig) böswillige Alarmierung der Feuerwehr wird laut der Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz der Stadt Königsbrunn pauschal mit 1.300 € verrechnet. Dies gilt auch für grob fahrlässig verursachte Alarmierungen. Darüber hinaus wird dieses Vergehen am Allgemeinen strafrechtlich verfolgt (siehe §145 StGB).

 

Feuermelder

Brandmeldeanlagen

Große Industriebetriebe und öffentliche Gebäude sind mit einer automatischen Brandmeldeanlage ausgestattet, die teilweise auch mit einer automatischen Löschanlage verbunden sein kann. Dadurch können Entstehungsbrände in einem sehr frühen Stadium auch dann erkannt werden, wenn gerade niemand vor Ort ist. Große Sachschäden oder sogar Personenschäden können so durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr wirkungsvoll verhindert werden.

Die Brandmeldeanlagen verfügen über mehrere, mit einer zentralen Steuerung verbundenen, automatische Brandmelder (Rauchmelder, Hitzemelder, spezielle Meldesensoren) und sogenannte Druckknopfmelder für die manuelle Auslösung. Die Steuerung wiederum ist direkt über das Telefonnetz mit der Integrierten Leitstelle verbunden. Bei einem Alarm oder einer Störung wird somit ohne Umwege sofort die Leitstelle informiert und kann die Alarmierung der Feuerwehr einleiten.

Sie sind nicht berechtigt, Kommentare zu verfassen.