Zeitungsartikel von 1970

1 1 1 1 1 (0 Bewertungen)

 

Augsburger Landkurier

Amts- und Anzeigenblatt für die Stadt Königsbrunn
39. Jahrgang, Nummer 4, Freitag, den 30. Januar 1970

Vertrauen zur Königsbrunner Wehr

Kreisbrandinspektor Schuster und Bürgermeister Metzner lobten den hohen Ausbildungsstand

Am Wochenende fand die 97. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen .Feuerwehr Königsbrunn statt. Vorstand Bartholomäus Meier konnte eine große Anzahl von Mitgliedern begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem zweiten Bürgermeister Adam Metzner, Kreisbrandinspektor Schuster und Amtsinspektor Matthias Feigl, sowie den Ehrenmitgliedern der Wehr.Den im vergangenen Jahr verstorbenen Wehrmitgliedern Ulrich Uhl und Georg Sohnle gedachte die Versammlung in einer Schweigeminute. Nachdem Schriftführer Prokscha das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung verlesen hatte, wurde der umfangreiche und Interessante Jahresbericht, ebenfalls durch den Schriftführer, vorgetragen.

Im Jahr 1969 wurden große Aufgaben von der Wehr erfüllt. Bei 56 abgehaltenen Übungen wurden von den Aktiven Wehrmännern jeweils 165.Dienststunden freiwillig geleistet, Neben diesen Übungsstunden mußten die Aktiven zu elf Brandeinsätzen im Ort, einem Einsatz im Rahmen der nachbarlichen Löschhilfe, sowie drei weiteren Einsätzen ausrücken, Der Besuch verschiedener Veranstaltungen stand ebenfalls auf dem Jahresprogramm. Es darf angenommen werden, daß der einzelne aktive Feuerwehrmann im vergangenen Jahr ca. 200 Dienststunden geleistet hat. Eine sehr beachtliche Leistung im Rahmen des Jahresprogramms. Die Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn zählte am 31. Dezember 1969 182 Mitglieder. Vorstand Meier ging in seinem Jahresbericht auf einige Ereignisse des vergangenen Jahres gesondert ein. Er erwähnte den Besuch der Gründungsfeste in Gersthofen, Schwabmünchen und Mering. Sein Dank galt allen aktiven Wehrmännern für Ihre aufopfernde Tätigkeit in den vergangenen zwölf Monaten.

Kommandant Bürkle befasste sich in seinem Jahresbericht mit den technischen Einzelheiten. Er lobte die große Beteiligung der Wehrmänner an den verschiedenen Einsätzen. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern der Seniorengruppe, die heute noch, trotz ihres Alters, regen Anteil am Geschehen innerhalb der Wehr nehmen und auch bei vielen Einsätzen zur Stelle sind. Über die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehr wußte der Kommandant nur Gutes zu berichten. In der Angelegenheit Feuerwehrhaus mußte Bürkle leider feststellen, daß hier bei der modernen Stadtplanung ein Versäumnis eingetreten ist. Sicher wird sich aber in absehbarer Zeit auch hier eine entsprechende Regelung ergeben. Über die schon lange geplante Jugendarbeit berichtete Kommandant Bürkle. Er erklärte, daß es nach Bemühungen des Jugendreferenten Stadtrat Straßmeier gelungen sei, Lehrer Duschek von der Hauptschule Königsbrunn für diese Aufgabe zu gewinnen. Er wird. sich in Verbindung mit Ausbildungsleiter Schröppel der Aufstellung und Ausbildung einer Jugendgruppe widmen. Mit einem Dank an seine Mitarbeiter im Verwaltungsrat schloß der Kommandant seinen Jahresbericht. Oberbrandmeister Schröppel berichtete über die einzelnen Übungen und deren Besuch, der im Durchschnitt 75 bis 80 Prozent betrug.

Dem Kassenbericht von Oberlöschmeister Jung war zu entnehmen, daß die finanziellen Verhältnisse der Wehr geregelt sind. Auch die Revisoren Eberwein und Frisch konnten die mustergültige Kassenführung anerkennen. Kreisbrandinspektor Schuster bedankte sich für die Einladung zur Jahreshauptversammlung. Zu den wehrtechnischen Problemen vertrat der KBI die Ansicht, daß die Zeit nicht mehr fern sei, wo auch in Königsbrunn der Gerätepark erneut vergrößert werden muß und zwar durch Beschaffung einer Drehleiter. Der Ausbildungsstand der Wehr ist, wie die letzte Inspektion eindeutig zeigte, als hervorragend zu bezeichnen.

Bürgermeister Metzner überbrachte der Versammlung die Grüße der Stadtverwaltung. Er erklärte, daß die Freiwillige Feuerwehr, obwohl sie sich Verein nennt; kein Verein in diesem Sinne ist. Sie ist eine Interessengemeinschaft von Männern, die Willens sind, anderen zu helfen. Aber nicht alleine der Wille zu helfen, sondern auch Können ist dazu erforderlich. Dieses Können ist bei den Königsbrunner Wehrmännern vorhanden, wovon er sich bei der letzten Inspektion überzeugen konnte. Ein hervorragender Kommandant, erstklassiges Ausbildungspersonal und kameradschaftliche Zusammenarbeit haben die Wehr zu dem gemacht, was sie heute darstellt. Auch die Stadt versucht, den Wünschen und Anforderungen der Wehr gerecht zu werden. Die beabsichtigte Jugendarbeit soll in vollem Umfang unterstützt werden, denn wer die Jugend hat, hat auch die Zukunft, meinte Bürgermeister Metzner. Mit einem herzlichen Dank für die geleistete Arbeit zum Schutz und Wohl der Bürger schloß Bürgermeister Metzner seine Ausführungen. Abschließend hatte Kommandant Bürkle noch einige Feuerwehrdienstgrade zu ernennen und sechs neuaufgenommene Mitglieder zum Feuerwehrdienst zu verpflichten. Wehrkamerad Josef Miller, der seit 50 Jahren seinen Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr versieht, wurde besonders geehrt. Nachdem noch einige Vereinsangelegenheiten besprochen waren, konnte Vorstand Meier die harmonisch verlaufene Versammlung schließen.