Stadtgeschichte

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Königsbrunn, Stadt der Kämpfer und Pioniere

Ein Streifzug durch die Geschichte der Stadt auf dem Lechfeld von Albert Teichner

 

Gletscherwasser formte das Lechfeld

Nepomuk-KapelleNepomuk-Kapelle

Die Wassermassen der Würmeiszeit haben vor ca. 130.000 Jahren die Landschaft und den Lebensraum Lechfeld geformt. Die gewaltigen Hochwasser des Lechs bis zu seiner Begradigung, ließen die Menschen Straßen und Siedlungen nur in respektvoller Entfernung bauen. Archäologische Funde der letzten Zeit belegen Besiedlungen bereits seit der Vor- und Frühgeschichte, alle im sicheren Abstand zum Lech. Wasser und Straßen (Wege) waren damals die Grundvoraussetzungen für Siedlungstätigkeiten. Die erste befestigte Straße, die Via Claudia Augusta, ließ Kaiser Claudius in den Jahren 41 - 54 n. Chr. errichten. Sie ist heute noch auf dem Lechfeld als Feldweg genutzt gut sichtbar und als Bodendenkmal geschützt. Sie war eine Verbindung vom Limes an der Donau zur Po-Ebene.

Der Domprobst des Bischofs Sigmund Franz, Erzherzog von Österreich, ließ eine direkte Verbindung von Augsburg in das hochstiftische Ostallgäu bauen, die ein Stück weit auf der Trasse der Via Claudia verlief. Im Süden Königsbrunns, beim heutigen Neuhaus, zweigte sie im spitzen Winkel links ab, um schnurgerade über Klosterlechfeld nach Landsberg zu führen. Da für diese neue Straße Maut bezahlt werden mußte, benützten alle die alte Römerstraße weiter. Deshalb wurde 1688 ein mit Vorrechten sowie ein mit Verpflegungs- und Vorspannstation ausgestattetes Zollhaus errichtet, die heutige Gaststätte „Neuhaus". Diese Vorspannstation bauten sie bewußt mitten auf die Via Claudia, damit die neue Hochstiftstraße benutzt werden mußte. 1734/45 ließ der Neuhauswirt die Nepomukkapelle errichten, vielleicht, um die vielen Klosterlechfeldpilger zum Einkehren anzuregen.

 

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Erste Kolonisten waren Pioniere

Auch in der jungen Stadt Königsbrunn hat Wasser, der Quell allen Lebens, immer schon eine große Rolle gespielt. Bereits die Gründung des einstmals längsten Straßendorfes ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß unter der Regierung König Ludwig I. im Jahre 1833 auf dem öden Lechfeld an der alten Hochstiftstraße zwischen Klosterlechfeld und Augsburg Brunnen „zur Labung von Mensch und Tier" gegraben wurden. Bei diesen königlichen Brunnen siedelten in der Folgezeit vor allem Zweit- und Drittsöhne von Bauern aus Württemberg und Hessen, dem Ries und dem Donaumoos, denn das Land war hier billig und für die Bobinger Bauern als mageres Weideland kaum von Bedeutung. Auch verschuldete Bürger Bobingens kauften mit dem Rest ihres Vermögens hier billiges Lechfeldland.

Diese Kolonisten bei den Königsbrunnen sind durchaus als Pioniere zu bezeichnen, denn anders als im Donaumoos ist von staatlichen Siedlungsprogrammen und Ansiedlungshilfen für das Lechfeld in jener Zeit nichts bekannt. Jedoch taucht bereits in den Jahren 1827/28 in den Urkunden ein Rentamtmann namens Georg Geiger aus Schwabmünchen selbst als Grundstückseigentümer, aber auch noch bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts immer wieder als Helfer und Wohltäter auf. Nach der Errichtung der Königsbrunnen im Jahre 1833 nahm der Grundstückshandel schwunghaft zu. Bis zum Jahre 1836 hatte z.B. Rentamtmann Geiger bereits 137 Tagwerk 25 Dezimal erworben. Auf seine Veranlassung hin hatte Schreinermeister Wiedemann aus Diedorf beim nördlichen Königsbrunnen Grund erworben und wollte darauf drei Häuser bauen. Darüber war die Gemeinde Bobingen nicht erfreut. Die Bobinger befürchteten nämlich, daß das magere Land die Leute nicht ernähren würde und diese so ihrer Armenkasse zur Last fallen. AnwesenAnwesen zur damaligen ZeitObwohl sich nicht die Begütertsten bei den Königsbrunnen niederließen und die Sorge Bobingens nicht von der Hand zu weisen war, baute Schreinermeister Wiedemann schließlich die Häuser. Die Bobinger gingen den Problemen aber dadurch aus dem Weg, daß sie sich um die Neuankömmlinge einfach nicht kümmerten. Sie brauchten und erhielten keinen Heimatschein und keine Heiratserlaubnisse. So hätten die Neuankömmlinge im Verarmungsfalle in ihre Ursprungsgemeinde zurückkehren müssen. Da sich die zuständige Gemeinde Bobingen auch nicht um die Bauwerke oder Unterkünfte gesorgt hatte, war mit der Zeit eine ungeordnete und wild zersiedelte Kolonie in der Lechfeldlandschaft entstanden. Allein im Jahr 1842 wurden laut Aufzeichnungen des exponierten Kaplans Wagner gegen 70 Wohnungen errichtet und insgesamt für dieses Jahr 95 Familien, 403 Einwohner, davon 184 Erwachsene und 219 Kinder gemeldet.

 

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Neue Kulturmethoden

Die herkömmliche Methode, auf dem mit Pflug oder Krummhacke umbrochenen Boden „Haber" zu säen, hatte mangels Vieh und dem damit verbundenen Dung wenig Erfolg gebracht. Die Kolonisten aus dem Donaumoos konnten mit einer dort bereits erfolgreich angewandten Kulturmethode den Ertrag erheblich steigern: Geschälte Rasenstücke wurden getrocknet, zu Asche verbrannt und diese Asche sofort als Dünger benutzt.

Dagegen liefen die Nachbargemeinden, besonders Ottmarshausen und Bobingen, beim Landgericht Schwabmünchen Sturm: Dadurch entstünde Feuersgefahr. Eine eilig zusammengestellte Kommission, darunter auch Rentamtmann Geiger, untersuchte die Sache vor Ort und mußte sich „aber nicht bloß von der völligen Grundlosigkeit jener Klagen" überzeugen, „sondern im Gegenteil vielmehr freuen beim Anblick des in üppiger Fülle prangenden Rapses", woraus der mit der Bodenbenützung und Kulturart gut bekannte Rentbeamte „das günstige Prognostikon für das Gedeihen der Kolonie" stellte.

Diese neue Kulturmethode des Rasenverbrennens konnte aber in der Regel nur einmal, beim Umbruch vom Weide- in Ackerland erfolgreich angewandt werden. Nach zwei, drei Jahren war die Düngewirkung vorbei, der Viehstand aber nicht wesentlich verbessert. Im Laufe der Zeit trieben die Kolonisten jedoch neue Düngerquellen auf: Sie durften in der Stadt Augsburg die Abortgruben leeren. Da dieses Geschäft aber mit entsprechenden Düften verbunden war, mußten sie es nachts erledigen. Sie hatten dafür manchen Spott zu ertragen. In Augsburg nannte man sie „Nachtschwärmer" oder die „Königsbrunner Artillerie".

 

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Der Kampf um die Selbständigkeit

Auch den Bestrebungen der Kolonisten, eine selbständige Gemeinde zu werden, stellten sich die ganzen Nachbargemeinden entgegen. Von 1839 an kämpften die Königsbrunner mit allen Widrigkeiten, aber an der Tatsache, daß inzwischen in diesem Randbereich der Bobinger Flur mit schweigender Billigung der Gemeinde 98 Kolonisten insgesamt 1314 Tagwerk Lechfeldwiesen und Mähder erworben hatten und bewirtschafteten, konnte niemand mehr vorbeisehen. 1842 lebten bereits 431 Personen, darunter 237 Kinder, bei den Königsbrunnen. Nach wiederholten Bittschriften und Vorsprachen erging schließlich ein königliches Dekret folgenden Inhalts:

„Augsburg, den 15. Januar 1842 - Im Namen seiner Majestät des Königs von Bayern - Infolge höchster Entschließung vom 4. Januar dieses Jahres haben seine Majestät der König die Bitte der Kolonie Königsbrunn, um Erhebung zu einer eigenen Gemeinde allergnädigst unter der Bedingung zu bewilligen geruht, daß die Gemarkung derselben eine genau abgegrenzte angemessene Feststellung in gesetzlicher Weise erhalte É"

Diese Gründerjahre waren für die Bürger der neuen Gemeinde beileibe kein Zuckerlecken. Dürre und Hochwasser, Hagelschlag und Frostkatastrophen wechselten sich bis in die fünfziger Jahre ab. Sie mußten zudem lange mit der kgl. Regierung kämpfen, um die Bedingungen für die Ausstellung der Heiratserlaubnisse und Heimatscheine herabsetzen zu dürfen. Nur wenige der Kolonisten konnten die 40 - 50 Morgen Land vorweisen, die von Sachverständigen der Nachbarorte zur Sicherung des Nahrungsstandes angegeben worden waren. Aber schließlich erreichten sie, daß zur Sicherung des Nahrungsstandes ein Besitz von 10 Tagwerken, oder weil ein Tagwerk mit 40 - 50 Gulden (fl.) gehandelt wurde, von 400 - 500 fl. für ausreichend anerkannt wurde. Bei Siedlern, die eines Handwerks kundig waren, ging man auf 6 Tagwerk herunter.

Der Grundbesitz der damals Angesiedelten war bei den meisten auf nur 1 - 6 Tagwerk beziffert. Eine größere Zahl besaß zwischen 6 und 15 Tagwerk und verhältnismäßig wenige verfügten über 15 bis 30 Tagwerk. Nur drei Kolonisten sind erwähnt, die mehr hatten.

 

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Rasante Entwicklung

MitteldorfTrotz der ärmlichen Verhältnisse ebbte die Siedlungstätigkeit nicht ab. Königsbrunn entwickelte sich zusehends. Ein Grund für die schwunghafte Entwicklung ist sicher auch in der Tatsache zu sehen, daß sich die Siedler beider Konfessionen die Waage hielten (z.B. 1864 waren 195 Familien oder 766 Seelen katholisch und 138 Familien bzw. 666 Seelen protestantisch). Da gleichviele Protestanten wie Katholiken waren, mußte von Anfang an alles in doppelter Ausführung gemacht werden: 2 Schulen (beide 1846, Erweiterung kath. 1858-1861; prot. 1864; Neubau prot. 1898), 2 Kirchen (kath. 1855-1858; prot. 1859-1861), 2 Friedhöfe (prot. 1848, kath. 1850), 2 Leichenhäuser (1911), Pfarrhäuser usw. Dadurch entstand natürlich auch eine gewisse Wettbewerbssituation, welche die Entwicklung des Ortes positiv beeinflußte.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde allerorts das soziale, gesellige, kulturelle und kirchliche Leben in Vereinsform organisiert. Auch in Königsbrunn entstanden solche Vereinigungen. Der „Krankenverein" wurde 1869 als erster gegründet.

Dessen Mitglieder hatten monatlich 12 Kreuzer (xr) zu bezahlen, dafür erhielten dieselben aber in den Tagen der Krankheit wöchentlich 2 Gulden (fl.) Unterstützung, acht Wochen lang. Dem Urbar von St. Ulrich ist darüber zu entnehmen: „Der Verein prosperiert, hat jetzt schon ein Vermögen von über 200 fl. und kann gar bald, wenn Gottes Segen ihn nicht verläßt, nachhaltigere Unterstützung den Mitgliedern gewähren. Der 1. Vorstand des Vereins war der kath. Pfarrer Federle, seit 1872 Anton Käufl, Schuhmacher." Über den weiteren Werdegang dieser sozialen Einrichtung ist leider nichts mehr bekannt. Er scheint auch (vielleicht, weil kirchlich?) nicht beim kgl. Bezirksamt ordentlich gemeldet worden zu sein, den dortigen Akten ist jedenfalls nichts zu entnehmen. Als zweiten und heute ältesten noch bestehenden Verein der Gemeinde gründeten 47 Königsbrunner im Jahre 1873 die Freiwillige Feuerwehr (siehe dazu eigenen Bericht). Ein Jahr später, 1874, fand mit den Teilnehmern des Frankreichkrieges 1870/71 im Gasthof „Zum goldenen Hirsch" die Gründungsversammlung des „Soldaten- und Veteranenvereins" statt, an deren alljährlichem Höhepunkt bis zum ersten Weltkrieg, der Sedanfeier, auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr teilnahmen. Erster Vorstand der Veteranen war der Gemeinde- und Polizeidiener Martin Tuffentsamer. In der Folgezeit kam es bis zum Ersten Weltkrieg noch zu weiteren 13 Vereinsgründungen.

UnterdorfWie im 70er Krieg war auch im Jahr 1914 im Lechfeld ein Gefangenenlager eingerichtet worden, deren protestantische Insassen von Königsbrunn aus betreut wurden. Die vielen Kriegsgefangenen (bis zu 8000), insbesondere Franzosen, lockten eine Vielzahl Neugieriger auf das Lechfeld. „Scharen von Neugierigen durchzogen oder durchradelten unser Dorf, um die Franzosen zu sehen. Man sah sich genötigt, Eintrittsgelder zu erheben. Später wurde der Besuch verboten", schreibt der protestantische Pfarrer Rohn. Nicht mehr so gemütlich ging es beim Zweiten Weltkrieg zu. Durch die Nähe der Messerschmittwerke und anderer Augsburger Rüstungsbetriebe bekam Königsbrunn einige Male auch von den Bombenangriffen der Alliierten ab. Hierüber ist das Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr, in dem auch die Einsätze aufgelistet sind, eine gute historische Quelle.

Besonders am 4. November 1944 und 15. Januar 1945 kam es zu großen Einsätzen. „Am 4. November Mittag 12 Uhr flogen Feindflieger über Königsbrunn, warfen zahlreiche Brandbomben, auch Sprengbomben ab u. beschädigten 13 Häuser. Von 231/2 bis Haus Nr. 28 auch das Föllanwesen mit Stall und Stadel durch Brandbomben beschädigt. Die Freiwillige Feuerwehr zusammen mit der Motorspritze der Partei konnten durch schnelles Eingreifen größeren Schaden verhüten."

Über den 15. Januar 1945 ist berichtet: „Feindliche Flieger über Königsbrunn 12 Uhr. Anwesen Hs. Nr. 4 Georg Bommler durch Brandbombenabwurf total vernichtet. Durch schnelles Eingreifen der Freiw. Feuerwehr sowie der Nachbarn konnte ein großer Teil gerettet werden, wie Möbel, Kleidung, Getreide, Hausratgegenstände. Auch die Motorspritze der Partei ist am Brandplatz erschienen, wurde aber nach kurzer Frist abgerufen nach Haunstetten zu Martini und Lang mit 20 Mann ...."

 

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Nachkriegsjahre und Wohnungsnot

Auch über die Nachkriegsjahre, die Heimkehr der Feuerwehrkameraden aus der Kriegsgefangenschaft (als letzter kam Karl Müller am 2. Januar 1954), Einsatzbereitschaft und Gemeinsinn im Dorf ist den Tätigkeits- und Jahresberichten der Feuerwehr Interessantes zu entnehmen. Sogar der für den weiteren Aufschwung Königsbrunns entscheidende Glücksgriff ist festgehalten: „Mit Interesse wurde festgestellt, daß ein aktiver Feuerwehrkamerad und zwar der 2. Zugführer Fritz Wohlfarth bei den Gemeindewahlen am 26. Mai 1948 mit großer Stimmenmehrheit als 1. Bürgermeister hervorging. Leider ging auch die Geldwährungsreform am 20. Juni 1948 nicht spurlos an der Vereins-Finanzkasse vorüber. Es wurde beschlossen eine DM zum neuen Grundstock von jedem Mitglied einzukassieren. [...]"

Nicht allein der Neubeginn nach der Währungsreform war von dem damals mit 24 Jahren jüngsten Bürgermeister Bayerns zu bewältigen, ein dringendes Problem war auch die Wohnungsnot. Königsbrunn hatte gleichsam auf einen Schlag über 1000 Bürger mehr bekommen: Die Vertriebenen. Sie waren zunächst in den so schon engen Bauern- und Kolonistenhäusern einquartiert worden. Dies konnte aber nur eine kurze Übergangslösung darstellen. Dem jungen Bürgermeister war sehr schnell klar, daß Wohnbau- und Siedlungstätigkeit für seine Gemeinde nicht nur eine momentane Notwendigkeit, sondern eine echte Chance für die Zukunft war. Durch Ausweisung von Wohnbauland und Ansiedlung von Gewerbe konnte der Sprung vom armen Kolonistendorf zur zukunftsträchtigen Stadt gelingen. So wurde Königsbrunn 1949 zum Wohnsiedlungsgebiet erklärt. Aber auch die Gemeinde selbst (später die Städt. Wohnungsbaugesellschaft mbH) errichtete Wohnungen. Die ersten drei Wohnblocks entstanden an der Adalbert-Stifter-Straße. Auch die Tatsache, daß auf dem Lechfeld die neu ins Leben gerufene Bundeswehr viele Soldaten als Bürger brachte, sorgte für weiteren Bedarf, brachte aber auch Fördermittel. Das schwer zu bewirtschaftende Land der nach dem Krieg über 300 Landwirte erfuhr so eine Wertsteigerung, die es auch dem größten Teil der Landwirte ermöglichte, in Wohlstand und Sicherheit neue Existenzen aufzubauen.

 

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Vom Kolonistendorf zur Schulstadt

Bürgermeister Wohlfarth erkannte auch, daß gerade junge Familien bei ihrer Wohnortwahl großen Wert auf Schuleinrichtungen (später kamen noch Freizeiteinrichtungen hinzu) legten. So bemühte er sich um Schulen. Am 16. Oktober 1954 konnte die „König-Ludwig-Schule" mit 18 Klassenzimmern, Turnhalle und Pausenhalle eingeweiht werden. Sechs Jahre später nahm die „König-Otto-Schule" mit 12 Lehrsälen, Turnhalle und Nebenräumen ihren Betrieb auf. Sie wurde bereits 1967, im Jahr der Stadterhebung, durch den Bau eines neuen Klassentraktes um weitere 12 Klassenräume und Nebenräume erweitert.

Bereits 1964 war die „Staatliche Mittelschule für Knaben und Mädchen, Königsbrunn" (heute: „Via-Claudia-Realschule") genehmigt worden, und im gleichen Jahr begann der Schulbetrieb in den Räumen der König-Otto-Schule, bis mit Beginn des Schuljahres 1965/66 die modernen Räume im Neubau an der Schwabenstraße mit Schwimmbad und Turnhalle bezogen werden konnten.

Am 13. Juli 1966 erteilte das Kultusministerium die Genehmigung zur Errichtung eines math.-naturwissenschaftlichen Gymnasiums. Auch hier wurde der Schulbetrieb sofort in den Räumen der Staatl. Mittelschule aufgenommen, dann in der König-Otto-Schule weitergeführt, bis das eigene großzügige Gebäude mit Doppelturnhalle und Schwimmbad 1971 fertiggestellt war.

Im Jahr der Stadterhebung gelang es dem Bürgermeister der neuen Stadt, eine Schule für Lernbehinderte an Land zu ziehen, die noch im gleichen Jahr in der König-Otto-Schule den Betrieb aufnahm. In den Jahren 1971 - 1973 beriet der Bezirksausschuß über ein Behindertenschulzentrum und schließlich bekam Königsbrunn mit seinem Sonderschulmodell den Zuschlag.

So sind heute an der Karwendelstraße nicht nur alle drei Behindertenschularten untergebracht, sondern die Stadt hat sich auch an der Dreifachturnhalle beteiligt und ihre Planung mit Sportstadion und weiteren Sportanlagen vervollständigt.

Nachdem die Kolpingwerkstätten ihre berufsbildende Schule ebenfalls im Norden Königsbrunns eingerichtet hatte, konnten die Königsbrunner mit Fug und Recht damit werben, daß ihre Stadt alle Schulen bietet - und sogar die Universität Augsburg ist nur einen Steinwurf entfernt.

 

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Gewerbestandort und Freizeitstadt

Mit der Errichtung der Bayer. Bereitschaftspolizei gelang es Bürgermeister Wohlfarth einen weiteren Wirtschaftsfaktor in seine Gemeinde zu bekommen.

Dadurch und durch die Ansiedlung attraktiver Groß- und Mittelbetriebe wie die Firmen Europa-Carton, Hoch-Tief oder Kolbenringe Fey wurden andere Betriebe angelockt. Die Errichtung von Supermärkten wie „Südmarkt" oder die großen Möbelhäuser wie „Möbel Streit" erhöhten die Attraktivität Königsbrunns als Gewerbestandort.

Der Gewerbepark im Norden war voll und so wurde ein neuer im Süden geplant. Die Grundstücke sollten dort von der neuen städtischen „Gesellschaft für Industrie und Gewerbeansiedlung mbH, GIG" vertrieben werden. Eine private Gesellschaft konnte schneller und zeitgemäßer agieren, als die städtischen Gremien. Parallel dazu war aber als wesentliche Voraussetzung für einen funktionierenden Gewerbestandort großer Wert auf die Verkehrsplanung gelegt worden. So hat Königsbrunn ein gut funktionierendes Verkehrssystem mit Umgehungsstraßen im Westen und im Osten.

Schließlich erkannten die damaligen Stadtväter unter der Führung Wohlfarths auch den immer größer werdenden Wert der Freizeitgestaltung und mit der Errichtung und Betriebsform der „Königstherme" gelang ihnen der größte Wurf für die Freizeitstadt Königsbrunn.

 

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